Medizin

Im Bereich Medizin steht die frühzeitige Erkennung alterspezifischer Krankheitsbilder im Vordergrund. Menschen sollen so lang als möglich selbstständig bleiben und ihre Mobilität bis ins hohe Alter erhalten. Wer rastet, der rostet - das gilt sowohl für den Körper, als auch für den Geist. AltersStark sorgt mit altersspezifischen Programmen dafür, dass man dem Alter aktiv begegnet. Intensive Forschungen - etwa auf dem Gebiet der Osteoporose-Bekämpfung - unterstützen diese Aspekte.

Der Verein AltersStark bietet Hilfestellung und Beratung  zu folgenden Schwerpunktthemen:

  • Altersspezifische Krankheitsbilder
  • Alterungsprozess
  • Biopsychosoziale Versorgung
  • Medizinisches Netzwerk und fachliche Ansprechpartner
  • Forschung (Altersspezifische Krankheiten

 

Hier finden Sie Wissenswertes aus dem Bereich Medizin: 

Gelenksabnützungen können das leben qualvoll machen - Vorbeugen, rechtzeitige Behandlungen, aber schlussendlich auch Prothesen können den Schmerzen ein Ende bereiten!

Jeder Schritt schmerzt, jeder Schritt wird zur Qual. Patienten mit Gelenksabnützungen leben oft mit Einschränkungen bei jeder Bewegung. Dabei muss das nicht sein - denn die heutige Medizin bietet Therapien und Hilfen an, die ein Leben mit freudvoller Bewegung sehr wohl ermöglichen.
Doch was sind Gelenksabnützungen rein medizinisch gesehen eigentlich? Was versteckt sich hinter jener Erkrankung, die so viele Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher triff? Einer, der zum Thema Gelenksabnutzung sehr kompetent Auskunft geben kann, ist der Kremser Facharzt für Orthopädie, Dr. Andreas Stippler. Er erklärt: "Bei einer Gelenksabnutzung ist der Knorpel, der den Kochen überzieht und für die Gleitfähigkeit verantwortlich ist, in Mitleidenschaft gezogen. Knorpelzellen baut man leider nur einmal in seiner Kindheit und Jugend auf, also solange man wächst. Am Ende des Wachstums hat man dann den "Höchststand" an Knorpelmasse erreicht. Danach baut der Mensch nur mehr ab. Denn Knorpelzellen sind so wie Gehirnzellen und Rückenmarkszellen nicht reproduzierbar. Das bedeutet, sind sie einmal kaputt, sind sie einmal verloren, bilden sie sich nicht wieder."

Gesunde Gelenke durch eine gesunde Lebensweise
Das Tempo, wie schnell Knorpelzellen im Körper, genauer gesagt in den Gelenken, abgebaut werden, ist unterschiedlich. Bei dem einem Menschen schneller, beim anderen langsamer. Dr. Stippler stellt jedoch ganz eindeutig fest: "Die Geschwindigkeit des Knorpelabbaus hängt ganz eng mit der Lebensweise zusammen, Jemand, der sich gesund ernährt und der ausreichend Bewegung macht, schont seinen Körper und auch seine Knorpel. Es ist nachgewiesen, dass sich zu viel Zucker, auch auch zu viel Fleisch negativ auf den Knorpelerhalt auswirken. Eine kalzium- und vitaminreiche Kost dagegen ist für unseren Knorpelerhalt sehr wichtig." Auch die sportliche Betätigung oder einfach viel Bewegung im Alltag sind für unsere Knorpel wahrer Balsam. Denn, so Dr. Stippler, der Knorpel ernährt sich quasi durch die Bewegung. Bei der Bewegung wird der Knorpel durchtränkt, ernährt.,so bleibt er glatt und geschmeidig, so bleibt er gesund erhalten.

Gelenksabnutzungen sind schmerzhaft
Eine Bevölkerung, die sich gesund und abwechslungsreicht ernährt und regelmäßig Bewegung macht, wäre also für jeden Orthopäden ein Wunschtraum. Dass dies aber leider oft bei einem Traum bleibt, beweisen die Statistiken. Im Jahr 2008 wurden in Niederösterreich 5.600 Gelenksprothesen implantiert. Den Weg zum Orthopäden wegen ständiger Schmerzen beim Gehen müssen noch viel mehr Patienten auf sich nehmen. Denn die Gelenksabnutzung kann man fast schon eine "Volkskrankheit" nennen. Der Orthopädie Dr. Stippler erklärt nochmals näher: "Bei der Gelenksabnutzung baut sich der Knorpel ab. Dadurch kann sich die Gelenksinnenhaut entzünden - das nennt man dann Synovitis. Außerdem kann es zu Gelenksergüssen kommen, die, wie auch die Entzündung, scherzhaft sind." Auf diesen Schmerzen reagiert der Körper dann mit einem "Selbstschutz-Programm". Denn wenn man Schmerzen hat und das Gelenk geschollen ist, verseift sich dieses. Das Gelenk beugt zu großer Belastung vor und geht in eine natürliche Ruhestellung. Das versteifte Gelenk schont zwar in erster "Instanz" einmal den geschändigten Knorpel, langfristig gesehen bewirkt die Versteifung aber eine Verschlechterung. Denn so wird der Muskel noch weniger belastet, die Bänder werden noch schlechter - und eben der Knorpel im Endeffekt nochmals weniger.

Konservative und operative Behandlung
Die Schmerzen bleiben - der Weg zum Orthopäden ins unumgänglich. Denn dieser kann Linderung verschaffen.Vorerst wird eine bildgebende Diagnostik verwendet - die Magnetresonanz. Dr. Andreas Stippler weiß: "Mit Hilfe der Magnetresonanz können wir den Knorpel ganz genau darstellen. Hier sehe wir, wie weit, wie sehr er geschädigt ist. die Schädigung des Knorpels wird übrigens in vier Schwergrade eingeteilt. Stufe 1 ist die leichteste Art der Knorpelschädigung, Stufe 4 die schlimmste - hier sprechen wir bereits von einer Knorpelglatze!"
Je nachdem, wie schlecht der Zustand des Knorpels schlussendlich ist, variiert auch de Behandlung. Bei leichten Schäden setzen die Orthopäden Salben, Bandagen und Physiotherapie ein. Auch Strom-oder Elektrobehandlungen zählen zu Mitteln der Wahl. Ziel ist es dabei, die Muskel, die Sehnen und die Bänder zu stärken, diese aktiv aufzubauen, dmit der Patient seine Knorpel schont, die Entzündungen und Schwellungen zurückgehen. So kann eine Schmerzfreiheit wieder hergestellt werden.

Hochwertige Prothesen in einer Stunde
Manchmal reichen aber solche Behandlungen leider nicht aus - manchmal muss man auch operativ tätig werden und die kaputten Gelenke durch Prothesen ersetzen. Dr. Stippler erzählt: "Theoretisch kann man jedes Gelenk durch eine Prothese ersetzen. Am häufigsten werden aber Hüft und Knieprothesen implantiert, weniger oft Ellbogengelenke und Sprunggelenke. Die Prothesen sind übrigens aus sehr hochwertigen Material. Meist aus Titan, Keramik oder Polyethylen. Außerdem sind sie modular aufgebaut, sodass man im Fall des Falles auch nur einzelne Teile tauschen muss."
Bei Hüftoperationen denken viele Leute an schwierige, vor allem lange Operationen. doch der Kremser Facharzt beruhigt: "Eine routinemäßige Hüftoperation dauer nur eine Stunde. Danach muss man zwischen neun und zwölf Tagen im Krankenhaus bleiben. Im Idealfall schließt an den Krankenhausaufenthalt gleich eine Rehabilitation an. Die stationäre Rehab sollte übrigens auch gleich von einer ambulanten begleitet werden, die dann sinnvollerweise noch sechs bis neun Monate fortgesetzt wird."

Rehab ist wichtig
Bei dieser Rehabilitation müsse ndie Patienten lernen, mit der Prothese umzugehen, im warsten Sinne des Wortes zu gehen. Dr. Stippler sagt: "die Patienten müssen außerdem Vertrauen in die Prothese gewinnen. Doch hier hilft die Einstellung zu der Operation, die positive Einstellung zur neuen, künstlichen Hilfe sehr viel. Ich habe schon oft festgestellt, dass Patienten, die sich auf das künstliche Gelenk freuen, viel schneller damit rechtzukommen sind als solche, die es zwar hinnehmen, aber eigentlich eine innere Abwehrhaltung diesem gegenüber haben."
Hat man einmal eine Prothese erhalten, so hält diese sehr lang. Die Lebensdauer eines künsltichen Gelenkes beziffert Dr. Andreas Stippler mit 15 Jahren: "Diese Zeitdauer ist ein gutes Ergebnis. Wichtig ist aber auch jetzt wieder - man muss mit der Prothese richtig umgehen, man muss sich bewegen und die Muskulatur stärken, damit diese möglichst lange hält." Und: Einmal im Jahr sollte man sich beim Orthopäden quasi ein Pickerl für die Prothese holen. Denn der kann ganz genau überprüfen, ob alles passt. Und falls doch nicht, kann er eingreifen und alles wieder ins Lot bringen!

Dr. Andreas Stippler